Let’s make MONEY - Filmtip

geschrieben von Alfred 
Let’s make MONEY - Filmtip
 27.07.2010 18:42:27

Wer Zeit hat:

Heute Abend.
1. Programm

22:45, (warum nur laufen die wirklich wichtigen Filme immer so spät?)

Zitat:

Let’s make MONEY folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird.
Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make MONEY zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey.

Der Film beginnt in der Ahafo Mine in Ghana, Westafrika. Riesige Areale werden gesprengt. In einem mühsamen Prozess wird dem Gestein Gold entnommen, eingeschmolzen und dann direkt in die Schweiz geflogen. Der Verteilungsschlüssel ist klar: 3% für Afrika, 97% für den Westen. Die Mine entstand mit Unterstützung der Weltbank.
[www.letsmakemoney.at]

Hasta manana!
Re: Let’s make MONEY - Filmtip
 28.07.2010 10:29:33

Zitat:
Alfred
22:45, (warum nur laufen die wirklich wichtigen Filme immer so spät?)

Diese Frage musste ich mir selbst auch stellen.

Dabei zeigt der Film sehr eindrucksvoll auch, wie verlogen heute in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise alle Versuche sich darstellen, die Schuld am beinahe eingetretenen Super-GAU der Finanzmärkte auf ein ominöses Fehlverhalten einzelner Protagonisten abzuschieben. Im Film wird nicht nur der Irrsinn anhand konkreter Beispiele gezeigt. Es zeigt sich auch, dass der Irrsinn einen gewollten Ordnungsrahmen besitzt, sozusagen systemisch bedingt ist.

Hierzu gesellt sich passender Weise ein Beitrag im Magazin "Frontal21" über Hähnchenmast, Überkapazitäten, Verdrängungswettbewerb und die interessante Rolle von Schlachthofkonzernen und den dahinter stehenden Finanzmarktakteuren vom gleichen Tage (27.07.10):

Frontal21 vom 27.07.10

Treibende Kraft sind wieder einmal mehr Finanzmarktakteure mit ihrem anzulegenden vagabundierenden Kapital.

Passend hierzu folgendes, mehr als einhundert Jahre altes Zitat:

Zitat:
Marx/Engels - Das Kapital, Band III
Große Industrie und industriell betriebene große Agrikultur wirken zusammen. Wenn sie sich ursprünglich dadurch scheiden, daß die erste mehr die Arbeitskraft und daher die Naturkraft des Menschen, die letztere mehr direkt die Naturkraft des Bodens verwüstet und ruiniert, so reichen sich später im Fortgang beide die Hand, indem das industrielle System auf dem Land auch die Arbeiter entkräftet und Industrie und Handel ihrerseits der Agrikultur die Mittel
zur Erschöpfung des Bodens verschaffen.

Für einen öffentlich-rechtlichen Sender wie die ARD mit Bildungsauftrag wäre es an der Zeit, für solche Beiträge wie "Let`s make money" wesentlich bessere Sendeplätze zur Verfügung zu stellen als am gestrigen Tage geschehen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.2010 10:30 von GlobalSozialGruen.
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